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Obwohl bisher nichts gefunden wurde, hält sich hartnäckig die Legende von einem mit 300 Tonnen Gold beladenen Sonderzug der Nazis, der gegen Ende des 2. Weltkrieges angeblich Breslau (Wroclaw) Richtung Südwesten  verlassen habe, auf der Strecke zwischen Wroclaw und Walbrzych aber dann spurlos verschwunden sei. Im Januar 1945 stieß die sowjetische 6. Armee mit Unterstützung der sowjetischen 3. Garde-Panzerarmee unaufhaltsam in Richtung Breslau vor. Der Gauleiter von Nieder-Schlesien Karl Hanke erließ daraufhin den Befehl zur Evakuierung der Stadt. Über 75% der Bevölkerung flohen vor der anrückenden roten Armee. Bereits kurz nach Kriegsende entstand das Gerücht, die Nazis hätten im Zuge der Evakuierung Breslaus,  geraubtes Gold, Schmuck und Kunstwerke auf einem Zug aus der Stadt abtransportiert. In der Nähe von Waldenburg, dem heutigen Wałbrzych, sei der Zug in einem unterirdischen Stollen der Gegend versteckt worden, der zum Projekt Riese gehörte. Die Lokomotive des gepanzerten Zuges soll zwölf Waggons (Gesamtlänge über 100 Meter) gezogen haben, was für eine große Menge an Wertgegenständen spricht. Ortshistoriker zweifeln allerdings daran das der Goldzug wirklich existiert hat. Der stellvertretende Leiter der Denkmaschutzbehörde Piotr Zuchowski jedoch ist sich sicher das sich in einem verschütteten Tunnel des ehemaligen Bergbaugebietes eine deutscher Panzerzug aus dem 2. Weltkrieg befindet. Auch die polnische Kulturministerin Malgorzata Omilanowka schließt diese Möglichkeit nicht grundsätzlich aus. Ebenso die Hobby-Historiker und Schatzsucher Piotr Koper und Andreas Richter, die seit Jahren nach dem verschwundenen Goldzug suchen, sind von der Existenz des Goldzuges in Polen überzeugt. Bestärkt werden sie durch die Information eines Deutschen, der ihnen 2015 kurz vor seinem Tod erzählt haben soll, er habe geholfen, den Nazi-Zug zu verstecken. Der stellvertretende polnische Kulturminister Piotr Żuchowski bestätigte diese Information. Nach diversen erfolglosen Grabungsarbeiten  in der fraglichen Gegend im August 2016,  behaupten Piotr Koper und Andreas Richter nun Hohlräume mit Hilfe eines Bodenradars unter der Erde geortet zu haben. Einen nachvollziehbaren Beweis für die Behauptung blieben sie bis heute schuldig. Das angeblich als Beweis vorgelegte Georadarbild soll gefälscht gewesen sein. Das Projekt Riese war ein riesiges NS-Bauvorhaben in der Region um Walbrzych. Zentraler Punkt des Komplex Riese mit weiteren Standorten im Eulengebirge war Schloss Fürstenstein, am nördlichen Rand der Stadt Wałbrzych gelegen. Das von ca. 20.000 Zwangsarbeitern gebaute riesige Stollensystem konnte aber nicht fertiggestellt werden. Das Vorrücken der Roten Armee im Frühjahr 1945 nach Niederschlesien  war das Ende des  Projektes Riese.  Es entstand jedoch  ein Netzwerk von Tunneln, dessen genauer Zweck bis heute Rätsel aufgibt. Es gibt neun bekannte Stollenanlagen. Fünf davon sind touristisch erschlossen und können besichtigt werden. Vier sind nicht begehbar. Vor ihren Abzug vernichteten die Nazis sämtliche Baupläne der Anlage  und sprengten aus nicht bekannten Gründen einige der Stollen. So die Anlage Jugovice ehemals: Hausdorf (Oberdorf). Die Anlage zählt sicherlich zu einem der am wenigsten bekannten Stollensysteme des Gesamtkomplexes. Sie befindet sich im Bergzug Mittelberg hinter der Ortschaft Hausdorf-Jauernig und hatte sieben Zugänge, vier Stollengänge wurden wahrscheinlich in den letzten Kriegstagen gesprengt und sind heute unzugänglich. Zwei der längsten Stollen (vermutlich Stollen 6 und 7) sollen aber noch 1954 begehbar gewesen sein. Ihre Länge wurde damals jedenfalls noch mit 85 und 185 Metern angegeben. Die gesamte Anlage hat eine geschätzte Tunnellänge von 500 Meter und eine Fläche von 1800 Quadratmeter. Die Haupt- und Nebenstollen haben etwa 2 x 2m in Höhe und Breite, jedenfalls zu klein für Eisenbahnwaggons. Es sollen sich aber angeblich noch weitere unentdeckte Stollen in diesem Höhenzug befinden. Sie sollen zu Teilen dieser Anlage führen, die seit 1945 sperrgesprengt sind.

Tunnelanlage Osówka, Urheberschaft Lilly M [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)via Wikimedia CommonsTunnelanlage Osówka, Urheberschaft Lilly M [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)via Wikimedia CommonsAnmerkung des Autors: Mit dem Goldzug ist es wie mit allen verschollenen Schätzen. Erst wenn er gefunden wird, ist der Beweis für seine Existenz erbracht. Bis dahin ist alles Spekulation. Ein potentieller Fundort soll beim 65. Kilometer der Bahnlinie 274 von Breslau nach Walbrzych liegen. Derzeit wird davon ausgegangen, dass der Zug hier unter der Erde liegt. Grundsätzlich ist denkbar, das noch nicht gefundene Stollen in der Gegend um Walbrzych existieren, die auch von Güterzügen befahren werden konnten. Es sind Tunnelanlagen bekannt, die dafür groß genug wären. So die Anlage Włodarz, ehemals: Wolfsberg oder Osówka, ehemals: Säuferhöhen. Die Wahrscheinlichkeit das es noch weitere bisher nicht entdeckte Tunnel gibt, ist nicht ganz abwegig. Im Landkreis Walbrzych ist den Behörden kürzlich die Entdeckung eines neuen möglicherweise zwei Kilometer langen Tunnels  gemeldet worden. Der angebliche Fundort liegt auf einem Hügel in der Ortschaft Walim. Auf einer deutschen Karte aus dem Jahr 1926 sind Gleise eingezeichnet, die in Richtung dieses Hügels führen. Der Schatzsucher Piotr Koper wird jedenfalls Ende 2018 tiefere Bohrungen von bis zu 15 m Tiefe durchführen. Die bisherigen Bohrungen bis 6 m hatten kein Ergebnis gebracht. Koper vermutet den Tunnel daher tiefer.