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In der Staatsbibliothek in Rio de Janeiro (Brasilien) wird eine bisher nicht vollständig entschlüsselte Schatzbeschreibung aufbewahrt.  Die Zeichen sind die Geheimschrift eines Seeräubers und beschreiben einen Goldschatz in einer Höhle.1. Zeile
1. Zeile Bisher ist es erst gelungen, die erste und die vierte Zeile zu entziffern. Die Übersetzung der ersten Zeile lautet: "Cave picara" "Tesoro oro" = Goldschatz in der Vogelhöhle. Die Zeilen mit den verschlüsselten Ortsbezeichnungen konnten bisher nicht enträtselt werden. Um die restlichen Zeilen der Geheimschrift (siehe Abbildung links) zu entschlüsseln, ist es vielleicht zweckdienlich, sich zunächst einmal mit dem Hinweis auf die Vogelhöhle näher zu beschäftigen. Danach handelt es sich um eine Höhle in der Vögel nisten. Wenn der Goldschatz in einer Vogelhöhle versteckt wurde, dann muss es eine Höhle sein, die von Menschen begehbar ist, denn sonst hätte man dort keinen Schatz verstecken können. Solche von Menschen begehbare Höhlen in denen Vögel wohnen gibt es tatsächlich in Südamerika, die Guacharohöhlen. Der Guacharo (Fettschwalm) ein nur in Südamerika vorkommender Vogel, der in Höhlen nistet, ist in Venezuela, Guayana, Trinidad, Kolumbien, Ecuador und Teilen von Brasilien beheimatet. Die Guacharos sind große Vögel mit bis zu 1 Meter Flügelspannweite. Guacharos leben in Kolonien, die eine Größe von bis zu 50 Paaren und mehr  erreichen können. Da die Guacharos ihre Höhlen zur Futtersuche verlassen müssen, sind schon aufgrund der Flügelspannweite nur Höhlen mit weiten Öffnungen geeignet, die deshalb auch für Menschen zugänglich sind.  Die Größe der Kolonien setzt außerdem tiefe Höhlen (bis zu einem km) voraus. Hier kommen am ehesten Tropfsteinhöhlen infrage. Die bekannteste Höhle dieser Art, die "Cueva de Guacharo"   im Nordosten Venezuelas, ist die größte Tropfsteinhöhle Südamerikas. Bisher sind nur elf Kilometer des Inneren der Höhle erforscht, das genaue Ausmaß ist noch nicht bekannt. Gegen diese Höhle als Schatzversteck spricht aber, dass sie im Landesinneren 27 km vom karibischen Meer entfernt liegt. Piraten hatten selten Zeit und auch keine Lust ihre Schätze in die oft unzugänglichen Gegenden im Hinterland zu transportieren. Sie wollten ihre Schätze zwar sicher verstecken, aber auch kurz- oder mittelfristig wieder zur Verfügung haben, daher lagen die Verstecke meistens auf Inseln oder zumindest in Küstennähe. Meereshöhlen, die durch die Meereserosion von steilen Felswänden verursacht werden, kamen auf den Inseln der Bocas häufig vor.  Der Zugang erfolgt meist  nur auf dem Seeweg und ist wegen der Brandung in vielen Fällen schwierig. Einzelne Meereshöhlen befinden sich auf den Inseln Chacachacacare, Huevos, Monos, Gaspar Grande und L' Ance Paua. Die  Höhlen, insbesondere die Huevos Höhle beherbergten bis ins Jahr 1925 noch Kolonien von Guacharos.  Die Vögel sind dort heutzutage nicht mehr anzutreffen. Gaspar Grande verfügt über zahlreiche Höhlensysteme, deren bekanntestes die im Westen der Insel gelegenen, 35 Meter tiefen Gasparee Caves sind, die Fledermäuse beherbergen und in denen sich ein unterirdischer Süßwassersee, die Blue Grotto befindet. Heute werden die Inseln der Bocas, von Einheimischen als Naherholungsgebiet für Tagesausflüge genutzt. Guacharohöhlen befinden sich auch auf der Insel Monos (an der Norwestspitze von Trinidad). Monos ist umgeben von Meeresklippen. Die Insel besteht aus Dolomit und Kalkstein mit vielen Höhlen im gesamten Gebiet. Auf der Insel gibt es rund 200 Höhlen. Viele davon mit Höhlenzeichnungen, die von den ursprünglichen Einwohnern der Insel angefertigt wurden. Bis auf einige nicht dauerhaft bewohnte Ferienhäuser reicher Festlandbewohner an der Ostküste (Morrison Bay und Biscayen Bay) und in einigen Buchten der Südküste (Grand Fond Bay und Balmoral Bay) ist die vollständig von Regenwald bedeckte Insel unbewohnt. In der Morrison Bay und der Grand Fond Bay gibt es kleine Hafenanlagen.

Der Höhlenvogel Guacharo ist auch aus Höhlen der Insel Trinidad bekannt, hauptsächlich aus der begehbaren Oropuche Guacharo Cave nordwestlich von Cumaca. Durch die Höhle fließt der Nord-Oropouche-Fluss. Die Höhle ist 200 Meter lang und in drei Kammern unterteilt. An ihren Wänden leben und nisten Hunderte von Guacharos. Auch in der Dunston-Höhle im Tal von Arima sowie in der Aripo-Höhle am Cerro del Aripo existieren Populationen des Guacharos. Alle diese Höhlen befinden sich jedoch weit im Landesinnern der Insel Trinidad, und kommen als Schatzhöhle eher nicht infrage. Weitere Höhlen gibt es an der Nordseite der Northern Range, einem Gebirgszug auf Trinidad. Die Northern Ranges erstrecken sich von der Chaguarama-Halbinsel im Golf von Paria 100 km weit bis Toco am Atlantischen Ozean. Die Nordküste ist steil, felsig und wenig erschlossen, es gibt keine durchgehende befahrbare Straße. Die einzige Straße  "North Coast Road " verläuft entlang der Nordküste Trinidads nach Osten bis Blanchisseuse an der Mündung des Marianne River. Dort endet die Küstenstraße; das ca. 30 km lange Teilstück zwischen Blanchisseuse und Matelot ist unerschlossen. Von Matelot aus führt die Paria Main Road  dann weiter an der Küste entlang bis nach Grand Riviere. Ab da verläuft die Straße etwas abseits der Küste weiter bis nach Toco.  An Teilen der Steilküste sollen früher Guacharos genistet haben. Eine Besonderheit von Trinidad liegt auch in der lange sehr isolierten Lage an der Südküste von Kuba. Während des 16. und 17. Jahrhunderts waren Trinidad und die Nachbarinsel Tobago Anlaufstelle und Zufluchtsort für zahlreiche Seeräuber und Piraten, die sich dort relativ ungestört und entfernt von der spanischen Krone und deren Zentrum Havanna aufhielten. In dieser Gegend aktive Piraten, die in die Geschichte eingegangen sind, waren der jamaikanische Pirat Charles Gant, der im Jahr 1704 die gleichnamige  Stadt Trinidad auf Kuba plünderte, und andere berühmt gewordene Piraten wie Inocentes, Nepomuceno oder Armenteros.