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Auch in Südafrika kann man auf Schatzsuche gehen. König Lobengulas Schatz wurde noch nicht gefunden. Der Matabele-Häuptling hinterließ bei seinem Tod einen großen Reichtum an Gold und Diamanten. Das Matabele-Königreich war ein 1823-1893 im Südwesten des heutigen Simbabwe existierender afrikanischer Staat. Es wird berichtet, das Lobengula über viele Jahre hinweg Männer seines Stammes in der Diamantenmine von Cécil Rhodes in Kimberley arbeiten ließ. Bei der Rückkehr zu ihrem Stamm musste jeder von ihnen seinem König einen taubeneigroßen Diamanten mitbringen,  den er den Engländern ohne ihr Wissen gestohlen hatte. Nur wenn er diese Bedingung erfüllte, konnte er zurückkehren, heiraten, und zum Krieger gekürt werden. Die Diamanten wurden von Lobengula in zwölf melonengroßen Tontöpfe gesammelt und  in seinem Kraal versteckt. Jedes Jahr an seinem Geburtstag, bedeckte Lobengula seinen Körper mit Büffelfett klebte die Diamanten als Zeichen der Macht auf seinen Körper und stellte sich vor seine Untertanen.  Der Glanz der Diamanten war so stark, dass diese Zeremonie als "Das Feuer von Lobengula"  bekannt wurde. Die Diamanten wurden bisher nicht gefunden. Es wird aber vermutet das sie mit dem Rest von Lobengulas Schatz vergraben wurden. Hauptstadt des Matabele-Königreichs war Bulawayo. Im Jahr 1893 griffen britische Kolonialtruppen das Königreich von Süden aus an. Im November 1893 fiel Bulawayo. Lobengula gelang noch rechtzeitig die Flucht aus der brennenden Hauptstadt. Er führte seine Reichtümer auf 20 von Ochsen gezogenen Wagen mit sich. Er floh wahrscheinlich Richtung Norden um dort den Sambesi zu überqueren und nach Chipata im befreundeten Königreich der Nguni in Sambia zu gelangen. Chipata war Residenzstadt von Mpezenis, König der dort siedelnden Nguni. Die Nguni  waren verschiedene ethnische Bantugruppen, die im 19. Jahrhundert aufgrund der kriegerischen Expansion des Zulu-Imperiums aus dem heutigen Südafrika nach Malawi, Mosambik, Sambia, Simbabwe und Tansania geflohen waren. Zwischen den einzelnen Ngunistämmen bestanden Verwandschaftsgrade die genetisch wahrscheinlich auf die Zulu in Natal in der heutigen Republik Südafrika zurückgehen. Der spätere Matabelekönig Mzilikazi floh 1823 mit seinem Volk nach Mosambik und Sambia um schließlich in  Simbabwe im Gebiet um Bulawayo endgültig zu siedeln. Nach dem Tod Mzilikazis im Jahr 1868 übernahm dessen Sohn Lobengula die Regentschaft über das von seinem Vater  gegründete Matabelereich. Lobengula hat Chipata, die Residenz Mpezenis König der Nguni nie erreicht.

Chipata liegt fast 1.000 km von Bulawayo entfernt in Sambia nahe der Grenze zu Malawi. Letztendlich war Lobengula den Strapazen dieser Reise nicht gewachsen und starb am 23. Januar 1894 auf der Flucht noch vor der Grenzüberquerung nach Sambia. Vor seinem Tod vergrub er in einer von seinen Begleitern künstlich angelegten Höhle, seine Schatzkisten. Damit der genaue Lageort nicht bekannt werden konnte, ließ Lobengula fast alle Begleiter umbringen. Kurz danach starb Lobengula. Er wurde in einschwarzes Stierfell eingenäht und angeblich zusammen mit seinem Schatz oder  in der Nähe seines Schatzversteckes begraben. Lange Zeit war die Lage seiner Grabstätte ein gut gehütetes Geheimnis der Matabele. Im Jahr 1943 wurden Lobengulas Gebeine gefunden und anhand von Grabbeigaben identifiziert. Ein Schatz wurde nicht gefunden. Er soll heute ca. 200 Millionen Euro wert sein und aus Rohgold, Diamanten, Elfenbein und Goldmünzen der Burenrepublik bestehen. Die Regierung von Rhodesien (heutiges Simbabwe)  hat das Grab Lobengulas zu einem Nationaldenkmal erklärt, um es vor Beraubung und Entweihung zu schützen. Der Schatz liegt immer noch dort in der Nähe. Um ins Königreich der Nguni zu gelangen, musste der Sambesi überquert werden. Lobengula führte 20 schwer beladene Ochsenkarren mit sich. Der Sambesi war zu dieser Zeit noch  ein reißender Fluss.  Im Westen Simbabwes an der Grenze zu Sambia liegen die Victoriafälle. Dort stürzt der Sambesi über eine 110 Meter abfallende Felswand. Danach fließt er 400 km lang durch senkrechte Schluchten von bis zu 250 m Höhe in den Kariba-Stausee. Dieser entstand 1959 nach dem Bau der Kariba-Talsperre. Im gesamten Flußabschnitt zwischen den Victoriafällen und dem Kariba-Stausee machten die Sambesi-Steilhänge eine Überquerung mit Ochsenkarren unmöglich. Im weiteren Verlauf fließt der Fluß am Mana-Pools-Nationalpark vorbei bis zum heutigen Cahora-Bassa-Stausee. An dieser Stelle befanden sich zu Lobengulas Zeiten noch die gefährlichen Stromschnellen von Kebrabassa. Eine Überquerung mit Ochsenkaren an diesem Flußabschnitt war ebenfalls unmöglich.

Sambesi im Mana-Pools-Nationalpark unterhalb des Kariba-Staudamms, Urheberschaft: Dieses Werk wurde (oder wird hiermit) durch den Autor, Craigchipperfield auf Wikimedia Commons , in die Gemeinfreiheit übergeben. Dies gilt weltweit.Sambesi im Mana-Pools-Nationalpark unterhalb des Kariba-Staudamms, Urheberschaft: Dieses Werk wurde (oder wird hiermit) durch den Autor, Craigchipperfield auf Wikimedia Commons , in die Gemeinfreiheit übergeben. Dies gilt weltweit.Eigene Bearbeitung der physischen Positionskarte von Simbabwe, Urheberschaft: von Carport [CC BY-SA 3.0  (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], vom Wikimedia CommonsEigene Bearbeitung der physischen Positionskarte von Simbabwe, Urheberschaft: von Carport [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], vom Wikimedia CommonsDoch zwischen dem Kariba-Stausee und dem Cahora-Bassa Stausee liegt ein Flußabschnitt, an dem eine Überquerung möglich erscheint. Hier verläuft der Fluß in einem breiten, lang gestreckten Tal.  Lobengula war zwar in der Regenzeit (September - April) unterwegs, eine Zeit in der der Fluß ausgedehnte Überschwemmungsgebiete bildete, doch war der Sambesi im Bereich des Nationalparks nicht besonders tief und es gab sicherlich auch eine Furt über den Fluß. Dafür spricht auch die Tatsache, dass die Gegend um Kebrabassa früher für Stromaufwärts-Reisen auf dem Sambesi das Ende bedeutete. Händler und andere Reisende die nach Sambia wollten, mussten hier die Boote verlassen, da die Stromschnellen und Wasserfälle eine Weiterreise auf dem Flusslauf unmöglich machten. Von hier aus führte ein Landweg an den Stromschnellen vorbei nach Sambia.

Anmerkung des Autors: 1893 drangen englische Kolonialtruppen von Süden aus in das Matabeleland ein. Verhandlungsangebote König Lobengulas wurden von den Briten nicht beantwortet. Die Matabele wurden geschlagen. Im November 1893 fiel die Hauptstadt Bulawayo. Lobengula konnte zwar aus der brennenden Stadt fliehen, starb aber am 23. Februar im darauffolgenden Jahr. Er war also ca. 7 Wochen mit seinem Tross unterwegs. Von Bulawayo aus quer durch das Matabeleland Richtung Norden zur Grenze am Sambesi,  sind es ungefähr 485 km. Vom Sambesi bis Chipata, der Hauptstadt der Nguni, sind es weitere 450 km. Ochsenkarren schaffen am Tag in der für das  Matabeleland typischen Trockensavanne ca. 10 km, zumal wenn sie schwer beladen sind und Begleitpersonal zu Fuß dabei haben, wovon auszugehen ist. In 7 Wochen konnte der Tross ungefähr 490 km zurücklegen und damit wahrscheinlich die nördliche Grenze zu Sambia erreichen. Da Lobengula aber noch auf Simbabwe Gebiet verstarb, war ihm eine Überquerung des Sambesi wohl nicht mehr möglich gewesen. Wo genau Lobengula seinen Schatz versteckte, ist nicht bekannt. Sicher ist nur dass sich das Schatzversteck noch auf Simbabwe Gebiet befinden muss, denn sein Tod liegt ja zeitlich nach dem Verstecken. Der  genaue Ort der Grabstätte wurde bisher auch noch nicht veröffentlicht. Eine Suche könnte sich dennoch lohnen. Allerdings dürften die Nachkommen der Matabele wenig Verständnis dafür haben.