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Im Dezember 1880 heuert der 20-jährige deutsche Seemann August Gissler  aus Altdamm bei Stettin in London auf dem Auswandererschiff Highflyer an. An Bord freundet er sich mit einem etwa gleichaltrigen Portugiesen namens Manoel Cabral an. Kurz vor dem Ende der Seereise,  fragt ihn Cabral, ob er eine Insel namens La Palma kenne, die mehrere Segeltage von Guayaquil entfernt im Pazifik läge. Gissler verneint, wird aber hellhörig als Cabral erzählt auf dieser Insel läge ein großer Schatz vergraben. Er wisse auch wo. Die Informationen habe er von seinem Großvater erhalten.  Dieser gehörte zur Mannschaft des Piraten Benito Bonito, der zu dieser Zeit seine Raubzüge im Pazifik durchführte.  Die genaue Beschreibung, wo der Schatz liegt,  hatte Cabrals Großvater auf Papier aufgezeichnet.  Das in einem Wachstuch eingenähte Papierbündel Bündel wurde Cabral nach dem Tod seines Großvaters  übergeben. Es enthielt neben einem langen Brief an Manoel  auch einen Bericht (Autobiografie) von Manoels Großvater.  Am Ende des  Briefs äußert dieser die Hoffnung,  dass Manoel den Schatz suchen und finden möge. Die Angaben zum Schatzversteck sind  sehr detailliert, was ihre Glaubwürdigkeit untermauert. Die im Brief genannten geografischen Koordinaten sind definitiv die Koordinaten der Kokos Insel:  "Die Insel liegt in Breitengrad N. 5 Grad. 27 min. Längengrad W. 87 Grad".  Gissler fertigt eine Abschrift der Papiere an. Kurz darauf danach legt die Highflyer in Honolulu (Hawai) an. Gissler bleibt auf Hawai und vergisst zunächst die Geschichte von Manoel Cabral . Mehrere Jahre später lernt er den ehemaligen Seemann Mac kennen, dessen Tochter mit einem Deutschen namens Bartels verheiratet ist. Im Laufe der Jahre werden Gissler und Bartels gute Freunde. Eines Tages erzählt Bartels sein Schwiegervater besäße eine Schatzkarte, die den Lageort eines Piratenschatzes auf einer Insel beschreibe. Er erzählt weiter die Insel heiße Coco Island und liege vor der Westküste Südamerikas.  Gissler fällt sofort die Geschichte Cabrals wieder ein und er bedrängt Bartels seinen Schwiegervater zu bitten ihm die Karte zu zeigen. Doch Mac sträubt sich. Er hat selber bereits mehrmals versucht den Schatz zu bergen, ist aber jedes Mal an widrigen Umständen gescheitert. Mittlerweile glaubt er, dass der Schatz mit einem Fluch belastet ist. Nach längerem Drängen ließ sich Mac erweichen die Schatzkarte doch zu zeigen. Die Kartenskizze, die tatsächlich alt und in spanischer Sprache geschrieben war, zeigte eine Insel mit zwei Buchten am nordöstlichen Ende und ein paar Bergen in der Mitte; ihre Position war mit 5° 27 Min. nördlicher Breite und 87° westlicher Länge angegeben. Von zwei Stellen sind Kompasspeilungen ausgewiesen; da, wo sich ihre Linien kreuzen, war das Versteck des Schatzes markiert. Gemäß den Informationen von Mac befindet sich das Versteck  nur etwa zwei Meter tief in der Erde direkt unter einem hohen Felsvorsprung. Ob diese Geschichte glaubwürdig ist, muss jeder selbst entscheiden. Mac hat  z. B.  nie verraten, wie er in den Besitz der Schatzkarte gekommen ist, doch war bekannt, dass er in jungen Jahren einen Kapitän namens Benito Bonito gekannt hatte, der bei Acapulco einen spanischen Schatztransport überfallen konnte und den geraubten Schatz auf der Cocos-Insel vergraben hatte. Bonito konnte seinen Schatz nicht mehr abholen, da er und seine Männer kurze Zeit später gefangengenommen und hingerichtet wurden.

Beim Vergleich der Karte Macs mit der portugiesischen Kartenkopie von Gissler, stellten die Freunde fest,  dass es sich bei »La Palma« und »Cocos Island« um ein und dieselbe Insel handelt. Nun stand ihr Entschluss schnell fest. Sie wollen den Schatz bergen. Im Mai 1888 machten sich beide in Begleitung von Bartels 11-jährigem Sohn, auf den Weg nach Puntarenas, der ihrer Insel am nächsten gelegenen Hafenstadt. Während ihres Hotelaufenthalts trafen sie durch Zufall auf drei Kanadier, die gerade von einer erfolglosen Schatzsuche auf der Kokos Insel zurückgekehrt waren. Sie hätten ihre Informationen über den Schatz von einem gewissen John Keating aus Neufundland erhalten. Danach sei der Schatz nahe an der Küste vergraben. Gissler war beruhigt, denn nach seinen Karten lagt der Versteckplatz  ja im Innern der Insel. Nachdem die Kanadier abgereist waren, machten sich Gissler und Bartels auf die Suche nach einem geeigneten Boot. Nach wochenlanger ergebnisloser Suche es passenden Gefährts überschlugen sich die Ereignisse. Bartels Sohn erkrankte schwer und dieser kehrte mit ihm nach Hawai zurück. Die Schatzkarten überließ er Gissler, aber dieser war nun auf sich allein gestellt. Es gelang ihm schließlich ein Syndikat zu gründen, das sich der Schatzsuche widmen wollte. Im Februar 1889 landeten die 14 Teilnehmer des Syndikats mit ihrem Schiff der Brigg Wilhelmina in der Wafer Bucht und begainnen mit der Suche. Doch bereits nach einigen Wochen erfolgloser Suche, gepeinigt von Tropenregen, glühender Hitze und Milliarden von Moskitos, warfen die meisten das Handtuch und verließen die Insel wieder. Gissler und drei Männer blieben zurück. Während der nächsten sechs Monate suchten sie ergebnislos nach dem Schatz. Ihre Vorräte gingen langsam zu Ende und Verzweiflung machte sich breit. Sie machten sich an den Bau eines Bootes, um zum Festland zu segeln. Ende September als das Boot beinahe fertig ist, sichteten sie die Brigg Lorinda, die ein paar ihrer Freunde gechartert hatten, um ihnen neue Vorräte zu bringen. Nach einigen Wochen weiterer erfolgloser Suche verließen Gissler und alle anderen schließlich die Insel. Ende 1889 war die Kokos Insel wieder verlassen. Doch Gissler gab nicht auf. Im Oktober 1890 war er bereits wieder auf der Insel. Zwar besser ausgerüstet als beim ersten Versuch, aber die Suche blieb auch dieses GemeinfreiGemeinfreiMal erfolglos. Doch Gissler glaubte immer noch daran, dass auf der Insel ein Schatz verborgen lag.  Er wollte jetzt aber auf der Insel wohnen um sich weiterhin der Schatzsuche widmen zu können. Er beantragte in Costa Rica eine Konzession zur Errichtung einer Kolonie auf der Kokos Insel. Im Juni 1891 erhielt er, das Recht, die Insel landwirtschaftlich zu nutzen, verknüpft mit der Bedingung, dort 50 deutsche Familien anzusiedeln. Doch die Anwerbung von Siedlern gestaltete sich schwierig. Erst im Dezember 1894 kam der inzwischen verheiratete Gissler mit seiner jungen Frau und fünf Familien auf der Kokos Insel an. Sie bauten Blockhütten, pflanzten Gemüse, Tabak, Kaffee und Bananen an und Gissler suchte unterdessen unermüdlich weiter nach dem Schatz.  1897 wurde Gissler durch Präsidentenerlass sogar zum Gouverneur der Kokos Insel ernannt. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die kleine Siedlergemeinschaft bereits wieder in Auflösung. Die widrigen Umstände hatten viele der Siedler mürbe gemacht. 1898 waren nur noch drei Familien der ursprünglichen Ansiedler vorhanden. August Gissler lebte von 1889 bis 1908 mit kurzen Unterbrechungen auf der Insel und war fest davon überzeugt die Schätze auf der Insel finden zu können. Wie er kurz vor seinem Tod einem Journalisten erzählte, habe er den Schatz nach jahrelanger Suche in einer Höhle entdeckt; der Eingang zur Höhle war jedoch durch  riesige Erd- und Felshaufen versperrt, sodass er den Schatz nicht bergen konnte. Es gelang ihm jedoch durch einen winzigen Spalt einen Blick auf Kisten voller Gold und Juwelen zu werfen. Gissler kehrte aufs Festland zurück, um erneut Sponsoren für die Bergung des Schatzes zu finden. Dann schlug das Schicksal zu. Seine geliebte Frau Mary, mit der er viele Jahre auf der Kokos Insel gelebt hatte, starb durch einen Unfall. Danach ist Gissler nie mehr auf die Insel zurückgekehrt. Er starb im Jahr 1935, ohne das Schatzversteck  jemandem verraten zu haben.