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(zu deutsch: „Eicheninsel“) liegt in der Mahone Bay an der Ostküste Kanada. Einst wuchsen auf der Insel zahlreiche Eichen, heute gibt es dort keine Eichen mehr. Auf der Insel soll in einem Schacht der Money Pit genannt wird, angeblich ein Schatz vergraben sein, der aber bis heute nicht gefunden wurde. Eine Legende besagt, dass sieben Menschen sterben müssen, bis der Schatz gefunden wird. Bis heute sind sechs Menschen bei dem Versuch ums Leben gekommen, den Schatz zu finden. In einem Zeitungsbericht aus dem Jahr 1864 ist eine seltsame Geschichte abgedruckt, in der über einen angeblichen Piratenschatz auf Oak Island berichtet wird. Der Holzfäller Daniel McGinnis entdeckte im Jahr 1795 bei einem Besuch auf Oak Island eine Vertiefung im Boden. In einem Baum nahe der Vertiefung fand er eine alte Seilwinde und einen Ast mit mehreren auffälligen Kerben. Daraus schloss er, dass die Vertiefung im Boden keinen natürlichen Ursprung habe, sondern Menschenwerk sein musste. Mit Unterstützung von zwei Freunden, John Smith und Anthony Vaughan begann er in der Vertiefung einen Schacht zu graben. In drei Metern Tiefe stießen sie auf eine Schicht ordentlich verlegter Eichenbohlen, Schieferplatten und luftdicht verklebter Kokosmatten. Zwei weitere gleiche Schichten fanden sich in sechs und in neun Metern unter der Erde. Die aufwendige Konstruktion, sowie die Tatsache das es auf der Insel weder Schiefergestein noch Kokospalmen gab, veranlasste die Freunde zu der Annahme, das in der Grube etwas wertvolles, vielleicht ein Schatz verborgen wurde. Doch ohne Hilfsmittel konnte nicht tiefer gegraben werden. Daher gaben die Freunde vorerst auf und verließen die Insel.

Ausgrabungen und Gebäude, Oak Island, Neuschottland (Kanada), August 1931
Urheberschaft: Richard McCully [Public domain], via Wikimedia Commons
Ausgrabungen und Gebäude, Oak Island, Neuschottland (Kanada), August 1931 Urheberschaft: Richard McCully [Public domain], via Wikimedia Commons Erst neun Jahre später kehrte McGillis zurück, um das Geheimnis des Schachts zu lösen. Sein Freund John Smith hatte mittlerweile das Grundstück am Schacht gekauft und dort ein Haus gebaut. In zwölf Metern Tiefe fanden sie eine weitere ordentliche verlegte Schicht aus Eichenbohlen, Steinplatten und luftdicht verklebter Kokosmatten. Von der Annahme beflügelt einen Schatz zu finden, wurde im Schacht  immer tiefer gegraben. Dabei wurden alle drei Meter weitere Schichten von Baumstämmen gefunden. In 30 Metern Tiefe stießen die Schatzsucher schließlich auf eine große Schieferplatte, auf der seltsame Zeichen eingeritzt waren,  die sie nicht deuten konnten. Da es bereits dunkel wurde, beschloss man  die Suche am nächsten Tag fortzusetzen. Am nächsten Morgen war der Schacht jedoch mit Wasser gefüllt. Auch ein zweiter Schacht der direkt neben dem ersten gegraben wurde, füllte sich mit Wasser. Aus Geldmangel mussten die Schatzsucher daraufhin eine weitere Suche abbrechen.

Der angebliche Schatz geriet für 40 Jahre in Vergessenheit. Ob er existiert ist nicht bewiesen. Die Geschichte McGillis kann wahr sein oder nicht. Die Schieferplatte mit den eingeritzten Zeichen ist leider verschwunden, so dass dieser Beweis fehlt. Anhand von Grundstücksregistern lassen sich lediglich die Namen der Schatzsucher nachweisen.  John Smith hatte tatsächlich ein Grundstück auf der Insel. Erst im Jahr 1849 unternahm die neu gegründete Truro Company einen weiteren Versuch das Geheimnis von Oak Island lösen. Zunächst wurden mehrere Versuche unternommen, den mit Wasser gefüllten Schacht leer zu pumpen, die jedoch alle scheiterten. Daraufhin kam ein neu entwickelter Löffelbohrer zum Einsatz. Der Name des Bohrers stammt von der löffelartigen Verbreiterung an seiner Spitze und ist für große Tiefen geeignet. Er wird immer nur wenige Zentimeter vorgeschoben, dann wieder herausgezogen und entleert und so weiter. Der Bohrer brachte Kokosfasern an die Oberfläche und stieß nach 32 Metern auf Holz. Als ein Arbeiter in den Schacht stürzte bemerkte dieser, dass das darin enthaltene Wasser salzig war und sich mit den Gezeiten hob und senkte. Daraufhin wurde die steinige Südküste der Insel untersucht und festgestellt, dass auf der gesamten Breite des Strandes direkt über der Ebbemarke Wasser hervorsickerte. Bei genaueren Untersuchungen wurde eine fünf Zentimeter dicke Kokosmatte freigelegt, unter der sich eine Lage Steine befand. Man fand heraus, dass anscheinend der gesamte Küstenabschnitt künstlich verändert worden war. Unter der Steinschicht führten fünf Kanäle mit leichtem Gefälle in Richtung Ufer. Diese mündeten in einen Hauptkanal, der wahrscheinlich in Richtung des Schachtes führte. Die mit luftdicht verklebten Kokosmatten abgedichteten Holzlagen des Schachtes wirkten wie ein Vakuumverschluss. Der in einem darunter tiefer gelegenen Hohlraum vermutete Schatz wäre vom eindringenden Wasser durch die Kanäle geschützt gewesen, da der große Druck des Luftpolsters ein überfluten verhindert hätte. Als der Hauptkanal bei den Arbeiten dann angebohrt wurde, konnte das Meerwasser den Schacht fluten. Durch die Gezeiten hob und senkte sich der Wasserspiegel im Schacht. Es wurde vermutet, dass die Kanäle mit Hilfe eines Fangdammes erbaut wurden. Nach Fertigstellung des Kanalsystems, wurde der Damm dann wieder abgetragen. Um den Wasserzufluss zu unterbinden und weitere Überflutungen auszuschließen, errichtete die Truro Company an gleicher Stelle ebenfalls einen Fangdamm. Doch dieser wurde unmittelbar nach Fertigstellung vom Atlantik wieder weggespült. Bei  Versuchen den Schacht dann zu untertunneln, kam es zur Explosion eines Dampfkessels und der vermeintliche Hohlraum sackte noch tiefer in das Wasser hinab. Schließlich gingen der Truro Company die Geldmittel aus, und man gab die Suche auf.

Es gab noch weitere  zahlreiche Versuche das Rätsel von Oak Island zu lösen: 

  • Oak Island Association im Jahr 1861
  • Frederi Blair im Jahr 1897
  • Old Gold Salvage and Wrecking Company im Jahr 1909
  • Mel Chappell im Jahr 1931 und 1950
  • Gilbert Heddens im Jahr 1936
  • Edwin Hamilton im Jahr 1940
  • Restall-Familie im Jahr 1960 
  • Robert Dunfield im Jahr 1965
  • Daniel Blankenship im Jahr 1967
  • Bedford Institute im Jahr 1996
  • Center Road Ventures Company im Jahr 2006

Doch alle waren bisher erfolglos. Aber irgendetwas scheint auf Oak Island verborgen zu sein. In einem Bericht des Spiegel aus dem Jahr 1972 ist ein Interview mit dem Schatzsucher Daniel Blankenship abgedruckt. Blankenship der 1967 die Insel Skizze von Oak Island, © Pierre K. Germany 2018 / eigenes WerkSkizze von Oak Island, © Pierre K. Germany 2018 / eigenes Werkgekauft hatte, hatte einen heute noch vorhandenen 70 Meter tiefen Schacht ausgehoben, in den er im Oktober 1971 eine Kamera  hinab ließ. Auf den Monitoren seien in der Tiefe drei Kisten zu sehen gewesen.  Leider war in diesem Moment aber das Video-Aufnahmegerät kaputt sodass kein Beweisfoto gemacht werden konnte. Der Schacht selbst stürzte wieder ein. Neue Aufnahmen waren Blankenship nicht mehr möglich. Weitere Ausgrabungen wurden aus finanziellen Gründen eingestellt. Im Jahr 2014 wurde von den Brüdern Rick und Marty Lagina ein neuer Versuch unternommen das Rätsel der Insel zu lösen. Die Laginabrüder hatten 2006 die Mehrheitsanteile an Oak Island gekauft. Die Schatzgräber ließen ein modernes Sonargerät durch den in den 70er Jahren von Dan Blankenship gebohrten Schacht (Bohrloch 10-X) hinab. Die Sonarbilder zeigten eine unterirdische, rechteckige Kammer und zwei rechteckige Objekte, möglicherweise Kisten, die am Boden standen. Von der Kammer zweigten zwei Tunnel ab von denen einer zum alten Schacht, dem Money Pit führen könnte.

Anmerkung des Autors: Es gibt mehrere Theorien über den angeblichen Schatz auf Oak Island. Nach einer Theorie soll der Freibeuter Francis Drake auf Oak Island einen Schatz versteckt haben. Eine andere Theorie vermutet dort einen Schatz des Captain Kidd. Diese Theorie stützt sich auf ein im Jahr 1937 gefundenes aus Gesteinsbrocken geformtes Dreieck. In einem Buch über den Schatz des schottischen Piraten William Kidd wird ein ähnliches Dreieck beschrieben. Andere wiederum vermuten auf Oak Island einen Schatz der Templer. Beweise für diese Theorien gibt es nicht. Vieles an den Funden auf Oak Island ist jedoch rätselhaft. So die Schieferplatte mit eingeritzten Schriftzeichen, Kokosmatten, ein Pergamentpapierfetzen aus dem 16. Jahrhundert mit der Aufschrift "VI" , eine spanische Münze aus dem 17. Jahrhundert (möglicherweise eine Tempelrittermünze). Die Laginabrüder fanden die Münze in einem auf Oak Island von ihnen teilweise trockengelegten Sumpf. Vieles was über Oak Island berichtet wurde, ist wahrscheinlich Spekulation. Sicher ist nur das der Bau des kompliziert angelegten Tunnelsystems unter dem Sandstrand der Bucht Smith's Cove ein hohes technisches Wissen erfordert hat. Man weiß bis heute nicht zu welchem Zweck und wer den Schacht und die Flutkanäle auf Oak Island gebaut hat. Man kann entweder annehmen, das auf Oak Island etwas verborgen werden sollte, das Schatzversteck aus nicht bekannten Gründen aber ungenutzt blieb, oder das dort tatsächlich etwas verborgen wurde, das bisher nicht gefunden werden konnte. Auf jeden Fall muss es sich um etwas sehr Wertvolles handeln, denn niemand hätte sonst eine solche aufwendige Anlage gebaut.