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Lundy  ist eine Insel am Eingang zum Bristolkanal, einer Bucht an der Westküste Großbritanniens, zwischen England (Cornwall) und Wales. Die Insel ist etwa 4,5 km langeigene Bearbeitung der historischen Karte von Lundy (1832), Urheberschaft: von Henry Mangles Denham, after Thomas Compton [Public domain], via Wikimedia Commonseigene Bearbeitung der historischen Karte von Lundy (1832), Urheberschaft: von Henry Mangles Denham, after Thomas Compton [Public domain], via Wikimedia Commons von Norden nach Süden, etwa 1 km breit. Im Süden und Westen säumen hohe Klippen, im Osten steile, baumbestandene Hänge die Küste. Die einzige Bucht der Insel befindet sich im Südosten. Auf der Insel gibt es 3 Leuchttürme, das bewohnbare Marisco Castle, eine Kirche, einen shop und eine Taverne (Pub) aus dem 13. Jahrhundert, des weiteren einen Bauernhof. Die Insel gehört vollständig dem National Trust, der sie zur Verwaltung dem Landmark Trust übergeben hat. Die jetzigen Bewohner der Insel arbeiten alle für den Landmark Trust. Sie bewirtschaften den Bauernhof und verwalten die Unterkünfte für Feriengäste. Die Insel diente im 13. Jahrhundert William de Marisco als Stützpunkt für seine Seeräuberfahrten. Vermutlich hat er einen riesigen Schatz zusammengetragen, der bis heute als verschollen gilt. Lundy Island befindet sich inmitten eines alten, früher einmal viel befahrenen Schifffahrtskanals. Schiffe kehrten von überall auf der Erde zum damals florierenden Hafen von Bristol zurück. Rund um die Insel befinden sich schätzungsweise 137 Wracks. Der Seeräuber William de Marisco nutzte die günstige Lage der  Insel, um die Schiffe, die an ihr vorbei den Bristol-Kanal befuhren, zu kapern und auszurauben. Die Inbesitznahme der Insel durch William de Marisco erfolgte bereits im Jahr 1195. Er erbaute Marisco Castle mit 2,70 m dicken Mauern und befestigte den einzigen Punkt der Insel, an dem ein Boot anlanden konnte. Er verteidigte diese Landestelle gegen jeden, der dort anlegen wollte. Zu seinem Schutz bezahlte er Piraten und Banditen. Marisco soll große Mengen an Handelswaren, Gold und Edelsteine erbeutet haben. Es wird behauptet, dass er ebenso reich war wie der englische König Heinrich III. (1207 – 1272). Im Jahr 1235 war William de Marisco an der Ermordung von Henry Clement, einer der Gesandten des Königs beteiligt. Wenige Jahre danach 1238 wurde William de Marisco in die Verschwörung verwickelt, die zum Ziel hatte, Heinrich III. selbst zu ermorden. Da dies mißlang, mußte  Marisco fliehen. Er verschanzte sich vier Jahre auf seiner Insel. Im Jahr 1242 wurden er und 16 seiner Begleiter  durch Verrat von der königlichen Armee gefangen genommen und vor Gericht gestellt. Marisco wurde gehängt, anschließend ertränkt und dann gevierteilt. Noch auf dem Schafott brüstete sich Williams seines Reichtums. Er rief den Leuten die seiner Hinrichtung beiwohnten zu, niemand würde den Schatz jemals finden, er sei auf der Insel zu gut versteckt. Ein zum Tode Verurteilter brüstet sich nicht in seiner letzten Stunde mit Goldschätzen die er nicht besitzt und er versucht auch nicht sich durch Bestechung mit einem nicht existierenden Goldschatz freizukaufen.  Daher ist mit einiger Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, das William de Marisco tatsächlich einen Schatz versteckt hat. Manche Schatzsucher vermuten dass der Schatz entweder in oder in der Nähe seiner Burg, oder aber in einer der zahlreichen Höhlen an der Steilküste versteckt liegt. Doch bisher konnte der Schatz nicht gefunden werden. Auf seiner ehemaligen Burg Marisco Castle hat Marisco den Schatz wohl nicht versteckt. Denn die Burg wurde erst im Jahr 1244, also nach dem Tod von William de Marico durch Heinrich III. errichtet, um Lundy gegen künftigen Missbrauch zu sichern. Der Name Marisco Castle entstand erst später, als einem späteren William de Marisco durch König Edward I. im Jahr 1281 die Besitzrechte über Lundy zurückgegeben wurden. Ausserdem wurde Marisco Castle völlig renoviert und ist dauerhaft bewohnt. Man hätte dort in der Zwischenzeit sicherlich etwas gefunden. Als Schatzversteck kommt daher am ehesten die Nordwestseite der Insel in Frage, denn hier befinden sich zahlreiche Höhlen in den Klippen, in denen der Schatz versteckt sein könnte. Eine genaue topographische Karte von Lundy ist im Buch "Verschollene Schätze der Welt (Seite 100) von Tim Haydock abgebildet.

Angeblich sollen im Jahr 1864 zwei Männer die richtige Schatzhöhle entdeckt haben. Keiner von beiden hat den Versuch den Schatz zu bergen aber überlebt. Ihre Skelette wurden erst viele Jahre später gefunden. Da große Teile der Höhle eingestürzt waren, konnte nie zweifelsfrei festgestellt werden, ob die beiden wirklich die Schatzhöhle des William de Marisco entdeckt hatten. Wahrscheinlicher ist, das sie den Schatz des Piraten Nutt entdeckt haben. Die Gebrüder John und Robert Nutt waren berüchtigte Piraten, die im 17. Jahrhundert Englands Küsten heimsuchten. John Nutt wurde in Devon, England geboren. Im Jahr 1620 kam er als Kanonier auf einem Dartmouth- Schiff auf der Insel Neufundland an der Nordostküste von Amerika an und beschloss sich mit seiner Familie dort niederzulassen. Ab dem Jahr 1621 überfiel er mehrere Jahre lang Schiffe der Franzosen und Spanier im Golf von St. Lawrence. Im Jahre 1623 wurde er festgenommen, wegen Piraterie verurteilt später aber begnadigt. Danach kehrte er an die Westküste Englands zurück um dort seine Piratenkarriere fortzusetzen.  Im Jahr 1632 machte Nutt die Insel Lundy zu seinem Stützpunkt. Er hat während seines Aufenthaltes auf Lundy angeblich ein Schatzversteck in einer der vielen Höhlen auf der Westseite der Insel angelegt.

Hafen von Lundy, mit der verbundenen Rat Island links im Bild. Urheberschaft: MichaelMaggs, Eigenes Werk  [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], von Wikimedia CommonsHafen von Lundy, mit der verbundenen Rat Island links im Bild. Urheberschaft: MichaelMaggs, Eigenes Werk [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], von Wikimedia CommonsAnmerkung des Autors: Auf Lundy gibt es zahlreiche Höhlen, einige der bekannteren sind z.B. Devil's Lime und "Seals Hole". Devil's Lime Kiln ist eine an ihrem inneren Ende durchgebrochene Meereshöhle die zur Luft hin offen ist. Die Höhle befindet sich an der Südspitze der Insel etwas südwestlich von Marisco Castle gelegen. Ebenfalls an der Südküste etwas weiter östlich gelegen, liegt "Seals 'Hole", eine Höhle die noch nicht durchgebrochen ist, aber in einer über 30 m hohen Kammer endet. Weitere Höhlen gibt es an der zerklüfteten Küste  auf der Westseite der Insel. Vielleicht befindet sich das Schatzversteck Mariscos in einer Höhle irgendwo an dieser unzugänglichen Steilküste. Mariscos letzte Äußerung vor seinem Tod "niemand würde den Schatz je finden, er sei zu gut versteckt", legt aber eher die Vermutung nahe, das der Schatz überhaupt nicht auf der Insel versteckt ist, denn dann wäre er wahrscheinlich schon gefunden worden. Als Schatzversteck kommt aber auch eine der vielen vorgelagerten, kleineren Inseln und Felsen, z.B . Rate Island, Great Shutter Rock (Black Rock), Half Tide Rock, Needle Rock, Constable Rock, Seals Rock, Gull Rock, oder Gannetts Rock,  in Frage. Vielleicht gibt es dort geeignete Höhlen. 

Eine Suche an den Steilhängen von Rate island, der größten vorgelagerten Insel verspricht am meisten Erfolg.  Falls es hier eine Höhle gab, ist der Eingang vielleicht eingestürzt und nicht mehr ohne weiteres sichtbar. Vielleicht liegt der Höhleneingang bei Flut unter Wasser und ist nur bei Ebbe begehbar. Die Insel ist bei Ebbe mit Lundy verbunden und von Marisco Castle aus zu sehen. Auf der einen Seite  von Rate Island ist eine tiefe Schlucht. Eine nähere Untersuchung ist zu empfehlen. Auf jeden Fall kann sich eine Suche auf Lundy lohnen, denn Mariscos Schatz ist bis heute verschollen.