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Das Grab des Mongolenherrschers Dschingis Khan wurde jahrhundertelang erfolglos gesucht. Im November 2014 hat man nun bei Straßenarbeiten das Grab im Chentij-Gebirge nahe dem Fluss Onon angeblich gefunden. Das Grab wurde bisher nicht gefunden, da das Flussbett des Onon ursprünglich hier verlief, bevor man es im 18. Jhd. verlegte. Die Grabkammer war unter dem  Flussbett verborgen und konnte deshalb vermutlich nicht gefunden werden. Archäologen datierten den Fund auf das 13. Jhd. und bestätigten, dass es sich um ein altmongolisches Königsgrab handelt. In dem Kuppelbau fand man die Knochen eines großen Mannes sowie die Überreste von 16 Frauen. Ferner befanden sich im Grab hunderte Gold- und Silberartefakte. Außerdem die Überreste von 12 Pferden. Nach umfangreichen Analysen von Forensik Experten und Archäologen wurde festgestellt, dass es sich bei den männlichen Überresten um einen 60-70 Jahre alten Mann handelte, der zwischen 1215 und 1235 starb. Dschingis Khan wurde wahrscheinlich um 1155, 1162 oder 1167 geboren und starb bekannterweise im Jahr 1227. Inzwischen sind sich die chinesischen Experten  zwar ziemlich sicher, dass es sich um das Grab von  Dschingis Khan handelt. Doch 100 % Sicherheit gibt es nicht. Auch sprechen einige Indizien gegen den neuen Fundort. Bisher wurde allgemein wird angenommen, dass Dschingis Khan  irgendwo am Südhang des Burchan Chaldun (= höchster Berg im östlichen Teil des Chentij-Gebirges im Norden der Mongolei) begraben wurde, da dieser Berg eine wichtige Rolle in seinem Leben gespielt hatte, aber es gibt so viele Legenden um seine Beerdigung, dass auch andere Grabstätten infrage kommen. Die männlichen Knochenreste in dem 2014 gefundenen Grab müssen nicht zwingend von Dschingis Khan stammen.  Es gab noch viele andere bedeutende Feldherren in der Armee des Mongolischen Reichs unter Dschingis Khan. Quelle: "Die Geheime Geschichte der Mongolen oder die chinesische Chronik Yuan shi (Geschichte der Yuan, ca. 1370). Yuan ist der chinesische Name des von 1279 bis 1368 über China regierenden mongolischen Kaiserhauses (mong. Dai Ön Yeke Mongghul Ulus)". Einer der engsten Berater und Vertrauten von Dschingis Khan war z. B. Muqali (* um 1170  † 1223). Er war in der administrativen und militärischen Hierarchie der Mongolen der ranghöchste Offizielle und Offizier nach Dschingis Khan. Dieser verlieh ihm 1217 den Titel eines staatlichen Prinzen und machte ihn zum de-facto-Herrscher über die mongolischen Gebiete in Nordchina und Oberbefehlshaber der dortigen Truppen. Oder J̌ebe Noyan (*um 1180  † vermutlich 1223). Er war ein weiterer bedeutender General und Heerführer unter Dschingis Khan. Als Führer einer Zehntausenderschaft der mongolischen Armee, bekleidete er ebenfalls den Rang eines Prinzen. Oder Bo'orču, einer der ersten und loyalsten Freunde und seit der Kindheit Gefolgsmann von Dschingis Khan.  Bo'orču hatte das Oberkommando über den gesamten rechten (westlichen) Armeeflügel der mongolischen Armee. Weitere bedeutende Kommandeure im Zentrum der mongolischen Militärführung und Administration um Dschingis Khan waren Boroqul, Čila'un, Sube'etai, J̌elme und Qubilai. Jeder von ihnen könnte in dem gefundenen Grab im ehemaligen Flussbett des Onon liegen. Auch der Geschichtsschreiber der Mongolischen Geschichte kennt andere Legenden. Bei seinem Tode im Jahr 1227 wurde Dschingis Khan in einem silbernen Sarg beigesetzt, der auf den 78 Kronen aller unterworfenen Fürsten ruht. Das Grab soll sich der Legende nach angeblich irgendwo in der Wüste Gobi in der Nähe der Stadt Khara-Khoto befinden.  In der Gruft sollen auch liegen: die juwelenbesetzten Waffen Dschingis Khans, sowie ein Löwe, ein Tiger und ein Pferd aus Jade in Lebensgröße.  Die  tanguitische Handelsstadt Khara-Khoto wurde 1227 von den Truppen Dschingis Khans eingenommen.  Eine andere Version nennt den Berg "Burchan Chaldun" am Oberlauf des Ononflußes, da dieser Berg auch als Geburtsstätte von Dschingis Khan gilt. Der Burchan Chaldun ist der höchste Berg im östlichen Teil des Chentii-Gebirges  (auch Chentij- oder Kentei-Gebirge) im Norden der Mongolei. Der Berg liegt sehr abgeschieden. Hinzu kommen wegloses Gelände und steile Hänge so das der Gipfel nur schwer und mühsam erreichbar ist.
 
Karte der Wüste Gobi  von 1747 Urheberschaft: Thomas Kitchin, Public domain, via Wikimedia CommonsKarte der Wüste Gobi von 1747 Urheberschaft: Thomas Kitchin, Public domain, via Wikimedia Commons
Der Berg Burchan Chaldun wird in der Geheimen Geschichte der Mongolen ausdrücklich als der Ort der Grabstätte Dschingis Khans erwähnt. Der persische  Autor schrieb: "Hier am Kentei, wo der Sarg mit den Gebeinen des Welterschütterers auf einem der Berge vergraben ward die zu der Kette des Burchan Chaldun gehören, aus dem die Flüsse Onon, Kerulen und Tula hervortreten, ist der vom Eroberer selbst auserwählte Ruheplatz, wo auch alle Prinzen seiner Familie (sein Sohn Tolui Khan und dessen Nachkommen) begraben wurden". Die Borjigin, das ist die Sippe Dschingis Khans, bestattete hier ihre Toten. Der Berg gilt den Mongolen als sehr heilig, seit Dschingis Khan am Burchan Chaldun, nachdem seine Frau Börte entführt worden war und er sich hier vor seinen Feinden verstecken und entkommen konnte, in einer mystischen Vision die Kraft des Berges gespürt und gelobt haben soll: „Burchan Chaldun will ich jeden Morgen durch Opfer ehren, jeden Tag will ich ihn anbeten! Meiner Kinder seien dessen eingedenk!“.
Die mongolische Geschichte kennt aber noch eine andere Version, danach soll Dschingis Khan am Berg "Mona Khan" im In-Shan Gebirge begraben sein. Der Geschichtsschreiber schrieb: "Der Weg der Mongolen ging von Ring Hia am linken Ufer des Hoang Ho abwärts, bis zum In Shan, am Fuße des Mona Berges an der Ostbeugung des Stroms auf geradem Wege gegen Kara Korum". Schon aus einer früheren Stelle der Mongolischen Geschichte geht hervor, das Dschingis Khan auf dem Hinmarsch mit seinem Heer von Kara Korum nach Tangut, vor dessen Eroberung schon an diesem Berg Mona Khan vorüber gekommen war und das er ihn als Residenz eines Reichs ganz besonders angesprochen hatte, wie ja in früheren Zeiten diese Lokalität der Sitz der antiken Kaiser der Xiongnu (= Stammesverband aus Reiternomaden, der zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr. weite Teile des östlichen Zentralasiens kontrollierte) war. Auch chinesische Historiker berichten, dass das Gebiet um 200 v . Chr . eine Hochburg des Xiongnu- Herrschers Modu Chanyu war. Der persische Geschichtsschreiber schrieb weiter: Auf dem Heereszuge erblickte der Herrscher den Berg Mona Khan und sprach: "Für ein zerrüttetes Volk ist dieses ein schöner Sammelplatz und für ein ruhiges, einträchtiges Volk ein schöner Lagerplatz; für Hirsche und Rehe ist es ein schöner Weideplatz und für einen alten Mann ein erwünschter Ruheplatz". Man kann annehmen, dass dieser Wunsch vielleicht erfüllt wurde.  Es ist nicht bekannt, welcher Berg mit Mona Khan gemeint ist. Die Beschreibung, wo er liegt, ist jedenfalls eindeutig. Der Berg liegt an der Ostbiegung des Gelben Flusses im In-Shan Gebirge. So  jedenfalls der Geschichtsschreiber.

Von seiner Quelle aus durchquert der Gelbe Fluss zunächst das Tibetische Hochland. Sein weiterer Lauf führt dann nordwärts bis an die Grenzen der Inneren Mongolei. Dort verläuft er in einem riesigen Ostbogen (Ordos-Schleife) um das Ordos-Plateau. Nördlich von dieser Biegung trennen die Gebirge Kara-naryn-ula, Sheitenula, und das Yin Ausläufer des Hinggan – das Plateau von der Wüste Gobi. Die Yin-Berge auch unter ihrem chinesischen Namen als Yin Shan bekannt, sind das Gebirge, auf welches der Geschichtsschreiber sich in der Mongolischen Geschichte bezieht. Die steilen Berge mit ihren schroffen Schluchten und engen Tälern erstrecken sich im Norden der großen Biegung des Gelben Flusses von 108° bis 112° Ost. Im Zentrum ist das Gebirge 113 km lang und fast 32 km breit und erreicht Höhen von 2.200 bis 2.600 m. Es hat einen wilden alpinen Charakter und unterscheidet sich von den anderen Bergen im Südosten durch eine Fülle von Wasser und Vegetation. Wohl deshalb nannte es Dschingis Khan einen schönen Weideplatz für Hirsche und Rehe. 

Die Ruinen von Karakorum, der ehemaligen Residenzstadt Dschingis Khans, liegen rund 320 km westlich von Ulan Bator im Tal des Orchon auf der Ostseite des Flusses. In dieser Gegend treffen die östlichen Ausläufer des Changai-Gebirges auf die Grassteppen der zentralen Mongolei. Das Flusstal des Orchon ist wenig erforscht und mythenumwoben. Entlang dieses Flusses gibt es viele alte Grabstätten, die teilweise den Hunnen zugeschrieben werden. Von hier aus verwirklichte Dschingis Khan seine Eroberungspläne. Im 13. Jhd. eroberte er das Reich der Tanguten.  Im Jahr 1207 führte er einen  Überfall auf das Western-Xia (auch als Tangutenreich bekannt), durch, drang in die Ordo-Region ein und plünderte Wulahai , die Hauptgarnison der Tanguten entlang des Gelben Fluss, dann zog er sich zunächst zurück. In den Jahren 1207–1211 nach erfolgloser Belagerung von Yinchuan, der Hauptstadt des damaligen Tanguten Herrschers Li Anquan, vereinbarte  er mit diesem 1209/10 einen Tributfrieden und die Heeresfolge. Da die Tanguten ihren Pflichten nicht nachkamen, unternahm er 1226 einen letzten Feldzug gegen sie, was mit der völligen Zerstörung der Hauptstadt endete.

Anmerkung des Autors: Die Suche nach dem Grab von Dschingis Khan kann weitergehen. Wer den Berg Mona Khan identifizieren kann, ist einen großen Schritt weiter. Ein erster Hinweis könnte der Name des Berges sein.  Das mongolische Wort  Khan bedeutet Stammeshäuptling. Vielleicht, weil auf diesem Berg ein Stammeshäuptling begraben liegt. Ein gewichtiges Indiz könnte auch der Hinweis auf die Hochburg des Xiongnu-Herrschers Modu Chanyu sein.

Ausschnitt aus Yellowrivermap.jpg. Urheberschaft: Shannon1, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia CommonsAusschnitt aus Yellowrivermap.jpg. Urheberschaft: Shannon1, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia CommonsEin Schwerpunkt des  Xiongnu Reichs war  neben dem westmongolischen Gol Mod, das sich in der Nähe des Changai-Gebirges am Unterlauf des Flusses Egiin Gol  befand, das  Ordos-Plateau südlich des Gelben Flusses.  215 v. Chr. sandte der chinesische Kaiser  Qin Shi Huang seinen General Meng Tian , um die Xiongnu zu erobern und sie von der Ordos-Schleife zu vertreiben. Die einzige Stadt der Xiongnu, die  bisher entdeckt worden ist, ist Tongwancheng,  die Hauptstadt der Südlichen Xiongnu. Die Stadt liegt an der südlichen Grenze der Maowusu Sande des Ordos-Plateaus, früher ein strategischer Punkt im Zentrum des Plateaus. Die Stadt ist nur vermessen worden. Einige Elemente wurden restauriert, aber keine Ausgrabungen vorgenommen. Wenn man den Legenden glauben mag, dann enthielt das Grab Dschingis Khan neben seinem silbernen Sarg auch  einen Löwen, einen Tiger und ein Pferd aus Jade in Lebensgröße. Das erfordert eine ziemlich große Gruft. Zu Zeiten Dschingis Khans gab es folgende Grabformen:

  1. Gräber mit hügeliger Aufschüttung
  2. Höhlen- und Felsspaltengräber
  3. Kuppelgräber

 1. Hügelgräber oder Gräber mit hügeliger Aufschüttung aus Steinen oder Erde. In den Hügelgräbern sind die Toten ausnahmslos in einer Grabgrube unter der Aufschüttung beigesetzt worden. 2. Höhlen - und Felsspaltengräber: Die Toten wurden in einer Höhle oder Felsspalte eines Berges bestattet. 3. Kuppelgräber: Gräber in unterirdisch gebauten Mausoleen aus Backstein und Holz, die sämtlich mit Wandmalereien dekoriert waren. Da die Bestattung der Legende nach an einem steilen Berg erfolgte, ist wohl am ehesten von einer natürlichen oder künstlich angelegten Höhle auszugehen. Der Höhleneingang wurde nach der Bestattung versiegelt. Alternativ wäre auch ein Kuppelgrab denkbar, während ein Grab mit hügeliger Aufschüttung unwahrscheinlich ist.