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Irgendwo in Mexikos Bergen der westlichen Sierra Madre (Sierra Madre Occidental) liegt einer der größten verlorenen Schätze der Welt. Eine Unmenge an Münzen und Barren aus Gold und Silber ruhen tief in den Gängen mehrerer Höhlen. Doch bis heute ist die genaue Lage dieses gewaltigen Schatzes nur Fledermäusen, Eidechsen und einem Toten bekannt. Dieser Tote ist Pancho Villa, einer der grausamsten und erfolgreichsten Banditen des 20. Jahrhunderts. Pancho Villa wird 1878 als Doroteo Arango auf der südlich von San Juan del Río gelegenen Haciendade la Coyotada geboren.  Villas Eltern bearbeiteten dort ein kleines Stück Land als Naturalpächter Nachdem der Vater früh gestorben war, musste die Mutter alleine für die Familie sorgen. Panchos Tragödie begann nach eigenen Angaben am 22. September 1894 auf der Hacienda de Gogojito, wo die Familie, deren Oberhaupt er nach dem Tod des Vaters geworden war, als Leibeigene eine kärgliche Existenz fristete. Die Hacienda de Gogojito war im Besitz der Familie López Negrete.  Als Pancho an diesem Tag nach Hause kam, wurde er Zeuge wie Don Agustín López Negrete versuchte eine seiner Schwester zu vergewaltigen. Pancho schoss Negrete ins Bein. Da er davon ausgehen musste, dass dieser Vorfall nicht ohne Konsequenzen bleiben würde, floh Pancho in die Berge Durangos und führte fortan das Leben eines ständig verfolgten Gesetzlosen.  Da er schnell erkannte, dass es für ihn zu gefährlich war zu versuchen alleine am Leben zu bleiben, beschloss er sich einer  der Banden anzuschließen, die den Norden Mexikos unsicher machen. In dieser Zeit änderte er seinen Namen in Pancho Villa. Mit der Zeit gelang es ihm eine kleine Gruppe von Anhängern, um sich zu scharen. Er verwandelte sie in glühende Patrioten, deren Eifer mit Beute, Frauen und Tequila belohnt wurde. Im Jahre 1910 schloss sich Pancho Villa mit seiner mächtig gewordenen Gefolgschaft den Streitkräften Francisco Indalecio Maderos an und revoltierte gegen die mexikanische Regierung. Pancho Villa geriet schnell in die Schlagzeilen, denn der ehemalige Leibeigene mit der stürmischen Banditenlaufbahn glich einem "Robin Hood". Er plünderte und beraubte die Wohlhabenden, verteilte seine Beute an die Armen. Das Volk liebte ihn und stand Schlange, wenn er sie mit gestohlenen Lebensmitteln und Geld überschüttete. Villas sagenhafte Laufbahn erreichte ihren Höhepunkt an Novembertag im Jahre 1914 in Mexiko City. Die Stadt bereitete ihm und seinen "Dorados" einen jubelnden Empfang mit Flaggen, Beifallsrufen und Musikkapellen. Krönender Abschluss war ein Autokorso durch die Avenidas der Stadt, begleitet von dem damaligen mexikanischen Präsidenten. Niemals jedoch verteilte er die gesamte Beute an die Armen. Es blieb immer noch mehr als genug für ihn und seine Leute. Daher stellte sich die Frage nach einem sicheren Versteck für die Reichtümer. Und so ersann Pancho folgenden Plan: In jeder geplünderten Stadt ließ er zunächst 8 bis 10 Polizisten am Leben. Während er sie mit der Pistole bewachte, beluden diese die Maultiere mit der Beute. Anschließend setzte sich die seltsame Karawane in Bewegung: Villa zu Pferde, die Gefangenen zu Fuß und die mit den Schätzen beladenen Burros. Keiner weiß, wohin Pancho Villa diese Gruppe führte.

Gewiss ist nur, dass Villa ein geeignetes Versteck suchte. Und, nachdem er es gefunden hatte, die Polizisten anwies, die Burros abzuladen und die gestohlenen Güter zu vergraben. Danach befahl er jedem Mann, einen tiefen Graben auszuheben und erschoss danach einen nach dem anderen. Die Körper fielen in die selbst geschaufelten Gräber.  1924 hat man zwar die Gräber gefunden aber keine Spur des Schatzes. 1920 nach einer Reihe von Revolutionen verhalf der damals provisorische Präsident von Mexiko Adolfo de la Huerta  dem Staat Mexiko zu verhältnismäßiger Stabilität. Unfähig, Villa festzusetzen oder mit ihm auf dem Schlachtfeld zusammenzutreffen, schlug Adolfo de la Huerta Pancho einen Handel vor: Er wolle Villa den Bezirk Durango, der nur wenig größer als Ohio ist, überlassen und eine jährliche Pension von 5.000.000 Pesos (damals 2.500.000 Dollar) zahlen. Pancho Villa ging auf dieses Abkommen ein. Er schloss mit der Regierung Frieden, zog sich auf seine Hazienda bei Canutillo, Durango zurück und löste seine Armee auf.

Von nun an begann Pancho Villa, systematisch seine Schätze aus den verschiedenen Verstecken hervorzuholen und sie in eine Höhle in der Sierra Madre Occidental, zu bringen. Es ist bekannt, dass er einsame Reisen in die Berge unternahm und manchmal tagelang unterwegs war. Die Sierra Madre Occidental erstreckt sich über 1500 km von Arizona, vorbei an Sonora, weiter westlich vorbei an Chihuahua, Durango, bis nach Guanajuato.  Es ist ein von tiefen Schluchten durchzogenes, unwegsames Berggelände. Villas Hacienda Canutillo, von wo aus er seine Reisen in die Berge unternahm, lag nur ca. 10 Stunden (eine Tagesreise) von der Sierra entfernt. Pancho Villa geriet am Nachmittag des 20. Juli 1923 in Parral (Chihuahua) in einen Hinterhalt, wurde von 47 Kugeln durchsiebt und starb.  Er bewahrt das Geheimnis seines versteckten Schatzes, der noch heute in der Sierra Madre darauf wartet, gehoben zu werden.

Anmerkung des Autors: Die Region der Sierra Madre Occidental bei Durango heißt Sierra Tarahumara oder Tarahumara. Sie beginnt an der Grenze zu Durango und erstreckt sich nach Norden. Der Name stammt von den Tarahumara-Eingeborenen. Die Sierra Tarahumara ist ein Hochplateau aus steilen Bergen, das von tiefen Canyons wie dem Copper Canyon (dt. „Kupferschlucht“) durchschnitten wird. Das Plateau hat eine durchschnittliche Höhe von 2.250 m. Die meisten Canyons am Westhang sind aufgrund des höheren Feuchtigkeitsgehalts tiefer als die am Osthang. Die Berge sind teilweise über 3.000 m hoch. Der Cerro Mohinora mit 3.300 m liegt ca. 175 km östlich von Canutillo. Der etwas näher liegende (ca. 70 km östlich) Cerro Barajas ist etwa 3.170 m hoch und der 238 km südöstlich liegende Cerro Gordo hat eine Höhe von ca. 3.350 m. Vielleicht hat Pancho Villa in dieser unzugänglichen Region seinen Schatz versteckt. Von seiner Hazienda aus war die Sierra Tarahumara mit dem Pferd in weniger als einem Tag erreichbar.