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In der bolivianischen Provinz Cochabamba, liegen dort wo der Rio Sacambaya und der Rio Negro zusammenfließen, die Ruinen eines ehemaligen Jesuitenklosters. Kartenskizze von der Gegend um Plazuela, Copyright 2018 Pierre K. Eigenes WerkKartenskizze von der Gegend um Plazuela, Copyright 2018 Pierre K. Eigenes Werk

Das Kloster von Plazuela hatte sich seit seiner Gründung um das Jahr 1635 im Verlauf seiner Geschichte  zu einem der reichsten Priesterseminare in Lateinamerika entwickelt . Die dort ansässigen Jesuiten hatten über Jahre hinweg große Reichtümer an Gold, Silber und Edelsteinen aus den umliegenden Minen angehäuft. Im Jahr 1767 ordnete Karl III, König von Spanien die Vertreibung der Jesuiten aus Bolivien an. Angeblich waren sie ihm zu mächtig geworden. Der Deportationsbefehl wurde mit Militärgewalt durchgesetzt. Plazuela blieb aufgrund seiner isolierten Lage vorerst verschont. Erst im Jahr 1778 kamen spanische Soldaten nach Plazuela um die Jesuiten auch von dort zu vertreiben. Das Kloster war in der Zwischenzeit aber bereits aufgegeben worden . Die Soldaten fanden die Stätte verlassen vor, Schätze wurden keine gefunden. Die Befragung einiger Indios aus der Umgebung war trotz Folter ergebnislos. Die Schätze sind seither verschollen. Man vermutet aber das die Jesuiten ihre Schätze irgendwo in der Nähe des Klosters in den Bergen vergraben haben. Die Vermutung stützt sich auf eine ziemlich genaue Beschreibung des Schatzversteckes, die der damalige Präfekt von Callao im Jahr 1778, von dem Jesuitenpater Gregorio San Roman, einer der letzten Jesuiten, die Plazuela verließen, anlässlich eines Besuchs erhalten hatte. In der Beschreibung wird der Ort des Schatzverstecks genau angegeben: Es gibt einen Berg mit dem Namen Caballo Cunco, am linken Ufer des Rio Sacambaya, gegenüber dem Kloster von Plazuela. Er ist steil und von dichtem Wald bedeckt. Auf dem Gipfel steht ein großer eiförmiger Stein. Unter dem Stein befindet sich in einer Tiefe von ca. 35 m, eine weitläufige künstliche Höhle in der die Jesuiten große Mengen an Gold, Silber und Edelsteinen versteckt haben. Diese Version wurde von Jose Maria Ampuera, einem alten Mann aus dem Dorf Cuti in der Provinz Cochabamba bestätigt. Ampuera war der Enkel eines der Männer, die den Jesuiten geholfen hatte, die Höhle  zu bauen und den Schatz darin zu verstecken. Das heute ausgegangene  Dorf Cuti, ist auf einer bolivianischen Regierungskarte aus dem Jahr 1933 noch aufgeführt. Die Karte ist im Buch "Verschollene Schätze der Welt" von Tim Haydock abgebildet.  Im Jahr 1910 wandte sich Corina San Roman,  eine Enkelin von Gregorio San Roman, an den englischen Bergbauingenieur Cecil H. Prodgers mit dem Vorschlag die Jesuitenschätze zu suchen. Bei Erfolg würde sie den Schatz mit ihm teilen. Cecil. H. Prodgers fand im Jahr 1904 zwar den beschriebenen Stein auf dem Caballo Cunco,  konnte den Schatz aber  aufgrund der topologischen Gegebenheiten nicht bergen. Die Schatzhöhle lag  zu tief und war mit den ihm zu Verfügung stehenden Mitteln unerreichbar. Er kehrte unverichteter Dinge nach England zurück, und starb 1923 ohne Plazuela jemals wieder aufgesucht zu haben. Prodgers hatte sein Wissen jedoch bereits im Jahr 1020 an Dr. Edgar Sanders, einem befreundeten, englischen Bergbauspezialisten weitergegeben. Doch auch dessen Versuche den Schatz zu bergen waren erfolglos. Auch Neuere Versuche im Jahr 1960 die Schatzhöhle mit modernen Metalldetektoren ausfindig zu machen, scheiterten. Wenn er denn je existiert hat, liegt der Jesuitenschatz noch dort in den Bergen. Die Bergregion ist abgelegen und einsam. Eine Suche kann sich dennoch lohnen. Potentielle Schatzsucher sollten die unwirtliche Gegend aber nicht in der Regenzeit aufsuchen, denn dann ist jede Suche zum Scheitern verurteilt. Der Río Negro, einer der Quellflüsse des Río Beni entspringt in der Cordillera Mazo Cruz und fließt von dort in nordwestlicher Richtung bis zum Río Sacambaya, mit dem er sich vereinigt und der ab hier flussabwärts den Namen Río Cotacajes trägt. Der Rio Cotacajes hat eine Länge von 125 km und vereinigt sich an seiner Mündung mit dem Río Santa Elena. Weiter flussabwärts heißt er dann Río Alto Beni.

Anmerkung des Autors:  Das Plazuela-Kloster liegt am Zusammenfluss des Rio Sacambaya mit dem Rio Negro.  Allerdings haben sich manche Flussbezeichnungen in neuerer Zeit geändert. Der schottische Schriftsteller und Schatzsucher Stratford Jolly hat in einer von ihm selbst gezeichneten Kartenskizze alle wichtigen Stellen von Plazuela aufgezeichnet. Auf dieser Kartenskizze fließt dort wo Plazuela liegt der Rio Sacambaya in den Rio Kato. Wie der Rio Kato heute heißt ist nicht bekannt, aber wahrscheinlich handelt es sich um den Rio Negro, da dieser als einziger Fluss in der dortigen Gegend  mit dem Sacambaya zusammenfließt.